MO, 11.12.2017

Bilanzanalyse im Detail

Mit Hilfe der Bilanzanalyse aus den Angaben des Jahresabschlusses und ggf. des Lageberichtes können Erkenntnisse über die Finanz- und Ertragslage des Unternehmens gewonnen werden. Ergänzen Sie Ihren handelsrechtlichen Jahresabschluss durch eine Analyse mithilfe standardisierter Kennzahlen! So geben Sie beispielsweise Ihrer Bank die Informationen, die diese sonst selbst ermitteln müsste. Verbessern Sie dadurch Ihr Auftreten und beeinflussen Sie Verhandlungen positiv; im Hinblick auf die bevorstehenden Rating-Verfahren (Basel II) sollten Sie sich auf diese Weise eine gute Ausgangsbasis schaffen.

Im Rahmen der Bilanzanalyse können folgende Analysen vorgenommen werden:

  • Investitionsanalyse (Analyse der Vermögensstruktur
  • Finanzierungsanalyse (Analyse der Kapitalstruktur)
  • Liquiditätsanalyse
  • Analyse der Ertragskraft

Bilanzanalysen (die Analyse von Jahresabschlüssen) werden in der Praxis zu verschiedensten Zwecken eingesetzt:

  • Konkurrenten interessieren sich für die finanzielle Lage eines Mitbewerbers,
  • Kreditgeber versuchen Informationen über die Bonität und Insolvenzwahrscheinlichkeit eines (potentiellen) Schuldners zu bekommen
  • Analysten beurteilen die Werthaltigkeit einer Aktie.

Darüber hinaus ist ein sehr wichtiger Aspekt die Bewertung von Eigenkapital eines Unternehmens auf der Basis des Jahresabschlusses und das Erkennen von Schwachstellen in der Liquidität, Finanzierung und Rentabilität.

Die deutschen Kreditinstitute sind aufgrund § 18 KWG zur Prüfung der Vermögensverhältnisse ihrer Kreditnehmer verpflichtet. Das sogenannte "Rating" wird für Banken ein immer wichtigeres standardisierte Instrument, um die Bonität ihrer Kunden (und daraus folgend die Kreditkosten und Risiken) zu klassifizieren. Derzeit werden branchenunabhängig und ohne nähere strukturelle Prüfung des kreditsuchenden Unternehmens Bonitätsprüfungen überwiegend nur in die grundsätzliche Kreditentscheidung einbezogen.